Heidengazette

Heidentum im Wandel des Zeitgeistes


Inka, Maya & Azteken

Machu Picchu: Die Stadt in den Wolken

Machu Picchu
Machu Picchu

Die Ruinen liegen etwa 112 km nordwestlich von Cuzco in einer Höhe von 2450 m zwischen zwei Berggipfeln, dem Huayna Picchu (Junger Gipfel) und dem Machu Picchu (Alter Gipfel). An drei Seiten fallen die Felswände steil und fast 600 m tief zum Rio Urubamba hin ab, der den Felsen in einer U-förmigen Schleife umfließt. Der Inkaname dieser alten Stadt ist leider unbekannt.

Warum aber haben die Inka diese Stadt gerade an einer so unzugänglichen Stelle, am Rande des Amazonasgebietes errichtet? Es gibt einige Theorien dazu. Eine besagt, daß Machu Picchu als strategische und nahezu uneinnehmbare Festung gebaut wurde, um die Völker leichter zu unterwerfen, die in diesem Gebiet lebten. Eine andere Theorie besagte, daß Machu Picchu identisch mit dem letzten Zufluchtsort der Inka, Vilcabamba, ist. Andere sprechen davon, daß dieser Ort ein mit astronomischen Beobachtungen verbundenes Kultzentrum gewesen war.

Der Intihuatana, die Sonnenuhr, ist das herausragende Heiligtum von Machu Picchu. Rings um die Sonnenuhr wurden wichtige Rituale abgehalten und die Priester hielten Zwiesprache mit ihren Göttern.

Bei allen Völkern Mittelamerikas gab es aber den Brauch, den Göttern Menschenopfer darzubringen. Am seltensten wurde diese rituelle Handlung bei den Inkas praktiziert. Sie schafften vor allem kannibalistische Bräuche bei den von ihnen besiegten Stämmen ab. Das höchste Opfer brachte man bei den Inka nur in Zeiten größter Not oder bei schwerer Erkrankung des Inka, der als irdische Verkörperung des Sonnengottes gesehen wurde. Beim Brauch der Menschenopfern scheint es so, dass dieser erst in jüngerer Zeit praktiziert wurde. Alte Quellen und Überlieferungen berichten nämlich nichts dergleichen.

Für Inka, Maya und Azteken spielt sich das Leben in einem zyklischen Kreislauf aus Tod und Wiedergeburt ab.

Die Maya waren dabei das geistig und künstlerisch bedeutendste Volk Amerikas. Die soziale Struktur der Maya bestand in einem strengen Kastensystem. Nur die Kaste der Fürsten, Priester und Beamten sowie die Kasten der Handwerker und Soldaten bewohnten die prachtvollen Städte. Der größte Teil der Bevölkerung lebte auf dem Lande und ging nur zu wichtigen Terminen, die die Ernte betrafen, in die Stadt. Dort suchte man dann den Rat der Priester.

Die höchste Gottheit der Maya ist der alte Sonnengott Ahau Kin. Der Herr Sonnengesicht ist der Urahn des jungen Sonnengottes Hunahpúh. Im gebührt gewissermaßen der Ehrenvorsitz im Götterhimmel der Maya, obwohl er selbst über keine direkte Macht verfügt. Ein typisches Merkmal des Ahau Kin ist der Kinnbart, denn er wurde als einzige alte Maya-Gottheit mit einem Bart dargestellt.

Bei den Maya trug der Hohepriester, der rangmäßig über allen anderen Angehörigen der Priesterschaft stand, den Titel Tzab-can, was wörtlich Klapperschlange bedeutet. Sein Zeichen zeigt zwei Schlangen, die Rücken an Rücken zusammenliegen, was zugleich ein Symbol des Schöpfergottes Itzamná ist.

Auch bei den Azteken genossen die Schlangen eine fast zärtliche Verehrung als Symbole der Mutter Erde. Gleichzeitig verband man die Schlangen auch mit der Unterwelt. Eine doppelköpfige Schlange wurde von den Hohenpriestern des aztekischen Regengottes Tláloc als Amulett getragen. Und auch bei den Inka war die Schlange mit den zwei Köpfen von besonderer Bedeutung. Sie verkörperte die Göttin Amaru, die sich nach einem Kampf mit anderen Gottheiten in Stein, also in feste Materie, verwandelte.

Wollen Sie erfahren, was die indianischen Kulturen mit den heidnischen Völkern Europas verband? Sind Sie an den Göttergeschichten der Azteken interessiert, an den Mythen der Inkas, Tolteken und an dem Geheimnis der Maya Pyramiden?