Hindii Mythologie
Zeitalter der Kali – inhuman wie die Natur
Die indische Mythologie ist ein derart komplexes Gebiet, daß eine ganze Bibliothek voller Bücher notwendig wäre, um sie komplett abzuhandeln. Es sei betont, daß sich diese Internetseite ausschließlich mit den Mysterien des alten indischen Göttinnenkultes beschäftigt, nicht jedoch mit dem neueren Buddhismus. Der alte Kult der hundert Götter und Göttinnen wird von den heutigen Hindi und den einstmals aus Indien stammenden Zigeunern getragen. Aus diesem Grund wollen wir hier von den Sagen und Mythen dieser Hindi und Zigeunerstämme berichten.
Ist aber in den Mythen auch eine historische Wahrheit enthalten? Warum werden die verschiedenen Mythen dann aber immer wieder falsch gedeutet und sinnentstellend ausgelegt? Diese Frage stellt sich insbesondere dann, wenn wir uns näher mit dem Kult der Göttin Kali beschäftigen.
Kali ist nämlich auch als die schwarze Göttin bekannt. Diese dreifaltige Göttin wird als schwarze und sinnlich wirkende Frau dargestellt. Ihre besonderen Merkmale sind ihre funkelnden Augen, aus denen Menschenblut tropft und ihre lange heraushängende Zunge, mit der sie stets dazu bereit ist, das Blut ihrer Opfer aufzulecken. Menschenschädel hängen an Bändern um ihren Körper und Schlangen winden sich um ihren Hals. In allen zehn Händen hält Kali eine Waffe.
Opfergaben werden ihr im Durga-Puja, den ihr zustehenden Ritualen dargebracht, und angeblich wurde der Kult auch derart (miß-) gedeutet, daß der Kali Menschenopfer dargebracht wurden. Kali wird oft dargestellt, wie sie auf dem Leichnam ihres Gatten Shiva tanzt. In einer Hand schwenkt sie seinen Kopf und in der anderen ein Schwert. Das erinnert an Isis, welche die Glieder ihres Gatten zusammenfügt und dann mit dem Leichnam Geschlechtsverkehr hat.
Um diese mythologischen Symbole richtig zu verstehen, muß man sich allerdings tiefergehend mit ihnen beschäftigen. Denn es geht hier weder um Menschenopfer und schon gar nicht um Geschlechtsverkehr mit Toten oder Verstorbenen. Leider haben Menschen zu allen Zeiten die überlieferten Sinnbilder mißdeutet und tatsächliche perverse Handlungen vorgenommen.
Als Todesgöttin muß Kali alles zerstören, einschließlich ihres Gatten, da nichts Sichtbares ewig währt. Hier wird also lediglich die Vergänglichkeit der Materie symbolisiert und mit Kali (die in diesem Fall für die Wirkung, d.h. auch den eintreffenden Tod steht) in Zusammenhang gebracht bzw. personifiziert.Rati hingegen war die Göttin der sexuellen Leidenschaft und Wollust und wird demgemäß auch als die Aphrodite (Venus) Indiens angesehen.
Der indische Liebesgott Kama war zwar ihr männlicher Partner, dieser wurde aber leider durch Shivas drittes Auge verbrannt. Da Rati den Liebesgott aber heiraten wollte, bat sie Shiva diesen ins Leben zurückzubringen.
Schließlich willigt Shiva ein und Kama wurde als erstes Kind von Krishna und Rukmini wiedergeboren. Man nannte den Knaben Pradyumna. Leider sagte der Weise Narada dem Dämonen Shambhara voraus, daß er von dem Knaben Pradyumna getötet werden würde.
Schnell flog Shambhara in Rukminis Haus und entriß ihr das Kind. Dann flog er über den Ozean und ließ das Baby ins Wasser fallen, wo ein großer Fisch sein Maul öffnete und es verschlang. Ein Fischer fing den Fisch, fuhr an die Küste und verkaufte ihn an eine Frau namens Mayavati, welche die Köchin des Dämons Shambhara war.
Mayavati, die hinterlistige, war jedoch keine andere als Rati selbst, die sich verkleidet hatte, denn sie war fest entschlossen, den Knaben zu retten, der ihr Gatte werden sollte. Sie schnitt den Fisch auf und der Knabe war noch am Leben. Rati kümmerte sich um den Jungen, versteckte ihn im Haus des Dämons, den er töten sollte, und machte ihn unsichtbar.
Eines Tages, als Shambhara über Ratis Kochkünste unzufrieden war, schlug er sie. Pradyumna, der bereits ein erwachsener Mann geworden war, nahm seine sichtbare Gestalt an, stürzte auf den Dämon los und tötete ihn.
Rati sah den hübschen jungen Mann, und da sie wußte, daß es ihr vorherbestimmter Gatte war, verliebte sie sich in ihn und gestand ihm auch ihre Liebe. Sobald Rati wieder ihre göttliche Gestalt annahm und in ihrer ganzen Pracht als Liebesgöttin vor ihm stand, verliebte sich auch Pradyumna und sie wurden verheiratet. Als Rati schwanger wurde, ließen sie sich in Dwarka nieder.